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Achtsamkeit in Stade - Dr. Mechthild Hammacher - Stade

Achtsamkeit 1

Achtsamkeit – Heilatmen – Segnen

Dies ist quasi eine Gebrauchsanweisung für die Erprobung einer Lebensführung, in der man die Gesetze des Lebens Schritt für Schritt erkennt und akzeptiert und den Weg zu Frieden mit sich und der Welt finden kann.

Die Weisheit des ungesicherten Lebens in einem Dreischritt leben

 

Der erste Schritt ist die Haltung der Achtsamkeit.

Es geht wirklich um eine Haltung. Unsere normale Art, uns und unsere Welt zu betrachten ist in unserer Zivilisation darauf ausgelegt, zu bewerten, Ziele zu erreichen: es geht um Ergebnisse, Erfolge oder Misserfolge.

Die Haltung der Achtsamkeit ist eine Haltung, die einfach wahrnimmt, ohne zu bewerten. Stell dir vor, du nimmst einen Gegenstand wahr, wie du es gewohnt bist: dur wirst erleben, dass du herausfinden willst, was das ist, wozu man es braucht, ob es alt ist oder neu, teuer oder billig.....bei Personen schauen wir, ob sie uns sympathisch, nützlich oder gahr gefährlichsein können.....es geht um einen gezielten, fixierten Blick auf ein Ergebnis hin.

Beim achtsamen Schauen weiten wir in der Vorstellung unseren Blickwinckel auf 180 Grad, man hat es mal den "weichen" Blick genannt ( im Gegensatz zum fixierten Blick).

Wir können dann feststellen, wir landen besser auf den Füßen, auf dem Gesäß, wenn wir sitzen und werden automatisch gelassener...und „schauen“ ganz einfach. Das kann dazu führen, dass es uns vorkommt, als ob ein Raum entsteht, in dem das Betrachtete sich förmlich entfaltet und uns anzuschauen scheint, zum Beispiel eine Blüte, – es kann eine Art Begegnung werden, in der das Betrachtete uns viel von seiner Wesenhaftigkeit ( und nicht nur das, was uns nützlich oder schädlich sein mag ) verrät.

Das ist eine wunderbare Begegnung; wir und die Welt, die wir betrachten, geraten in eine gemeinsame Schwingung. Wir fühlen auf ganz neue Weise uns und die Welt. Würden wir diese Art der Betrachtung ( neben der gewohnten, die wir in unserer so gewordenen Welt wohl auch brauchen ) uns zu eigen machen und immer öfter nutzen, so würden wir die Welt mit Respekt betrachten und in Einklang mit ihr leben können, ohne eine Protestbewegung gründen und lebendig halten zu müssen.

Wie gewinnt man eine solche Betrachtungsweise ?

Der erste Versuch ist, einfach den Blickwinkel zu erweitern und alle Erklärungsversuche und Bewertungen immer wieder in den Wind zu schicken und sich zu weiten für diese Art der Begegnung mit der Welt. Wir können Ängste beobachten, die das erzeugt ( Angst, die Kontrolle über das Geschehen zu verlieren etwa ) und weiter ziehen lassen.....und uns so Schritt für Schritt einstimmen darauf, dass wir ein Teil vom Ganzen sind und miteinander in Beziehung, dass wir eingebunden sind und ein Schicksal uns trägt, anstatt dass wir die Welt dazu vergewaltigen, uns und unseren Vorstellungen dienlich zu sein. Eine achtsame Haltung erschließt uns das Wesen der Dinge und gibt ihnen den Raum sich zu entfalten und zu gedeihen, so wie wir es uns von Anfang an für uns wünschen ( und unsere unglückliche Kindheit einklagen, wenn oder weil wir genau das nicht bekommen haben ).

Übrigens: Achtsamkeit sollte bei uns anfangen: uns zunächst selbst betrachten in unseren Gedanken und Emotionen und denen Raum geben, bis sich auf diesem Nährboden eine Handlungsidee entwickelt. Achtsamkeit im Umgang mit uns selbst ist die Haltung, die wir brauchen, wenn wir mit unseren verschiedenen inneren Impulsen eine gesunde Dynamik finden ( dem inneren Kind, dem inneren Erwachsenen und dem Beobachter, was ich an anderer Stelle beschrieben habe ). Achtsamkeit leben bedeutet in Einklang mit sich und der Welt zu sein und ist in der Verlängerung auf das große Ganze nicht weniger als ein Grundbeitrag zum Erhalt und die Entfaltung der Welt, ist Leben im Einklang mit der Schöpfung. Das ist die Grundhaltung.

Der zweite Schritt, der Schritt zur Lösung innerer und äußerer Konflikte und Schmerzen ist der Heilatem ( im Buddhismus „Tonglen“ ) Wie wir wissen, findet unser Leben nicht in Schmerzfreiheit und Harmonie statt, das ist auch nicht so gemeint.

Leben ist Herausforderung, Grenzerfahrung, Leiden und Staunen und Freude - alles zusammen und in stetigem Wechsel. Mit Leid und Schmerz gehen wir im Normalfall so um, dass wir sie vermeiden. Irgendetwas - vielleicht ist es sogar ein Spezifikum unserer Zivilisation - lässt uns fest halten an der Illusion, dass in unserem Leben alles leicht und gut und wunderbar sein sollte und wir das vielleicht erreichen, wenn wir alles richtig machen, obwohl wir genau wissen, dass es so nicht ist und niemals auf Dauer sein wird.

Sie werden uns begegnen, die Konflikte und Enttäuschungen, die Ohnmachtserfahrungen und andere Schmerzen und scheinen zur Erfahrung der Reifung dazu zu gehören. Ein Weiser hat einmal gesagt, zum Leben gehört ein gewisses Maß an Leiden. Etwa ein Drittel des erlebten Leidens ist wirkliches Leiden am Dasein und völlig angemessen und berechtigt. Zwei Drittel des Lebensleides dagegen geht auf das Konto unserer Bemühungen, das Leiden zu vermeiden. Also lautet das Rezept für den Umgang mit dem Leiden: es zulassen und anerkennen, ohne es unnötig festzuhalten und zu vermehren ! So einfach und so schwierig !

Dazu hilft zunächst eine Haltung der Achtsamkeit: ich nehme das Leid, den Schmerz wahr und lasse ihn zu; als Unterstützung hilft eine Atemtechnik, die die Weisen des Buddhismus ersonnen haben und die im Westen weiter entwickelt wurde. Das geht so: Ich atme das Leid, den Schmerz ein ( ohne den Impuls, es los sein zu wollen ) und atme Leichtigkeit und Licht aus. Ich atme den Schmerz ein....und atme Licht aus....so lange, bis es sich besser anfühlt. Es gibt dann nicht nur mich und den Schmerz, sondern auch das Licht, die miteinander in Beziehung treten. Ein ausführlicheres, sehr wirksames Bild ist: ich atme den Schmerz, die Anspannung, die Erregung....ein und atme sie aus in das große Meer des Lebens, in dem alles Erfahrbare enthalten ist...und tauche mich so ein in die Bedingtheiten und Weisheiten des Lebens und aller Lebenden und bin so verbunden und eins mit ihnen. In der buddhistischen Tonglen-Atmung geht man noch weiter und atmet den Schmerz der anderen, der Kinder, der Nachbarn, des Bettlers an der Ecke, der wütenden Freischärler....ein und gebe den Schmerz ab an den großen Ozean des Lebens . Dies ist dem buddhistischen Grundsatz, Mitgefühl für alle fühlenden Wesen zu haben, geschuldet.

Neben unserem eigenen Leiden und dem unserer Mitmenschen behindern unsauch all die Ärgernisse und Urteile über andere, von denen wir uns verletzt fühlen, daran, fei für die leibevolle Wachheit zu sein. Wir haben "Ladungen" gegenüber Menschen und Ereignissen, die nicht unseren Erwartungen entsprechen, was zu Ballast wird. Auch hier kann der Atem helfen: finde den Ärger und den dahinter liegenden Schmerz heraus. Atme den Schmerz, die Enttäuschung, die Berletzung ein und wieder aus in den großen Ozeal allen Lebens. Du wirst es los lassen können, wenn du folgende Tatsache erkennst und anerkennst: das Leiden liegt nicht in der Sache oder im Fehlverhalten der anderen, sondern darin, wie du die Sache und den anderen siehst, welche Bedeutung du ihm gibst. Du kannst dann erkennen, dass es im Ende deine Fantasie deiner Unzulänglichkeit, deine Selbstbestrafung...ist, die du auf den anderen projizierst.

Erstaunlich ist, dass es, beobachten wir uns genau, gar nicht immer so einfach ist, unseren Schmerz los zu lassen. Wer bin ich noch, wenn ich nicht mehr die Person bin, der Unrecht geschehen ist oder die ein anderes Lebensdrama ihr eigen nennt ? Leid los werden, bedeutet auch, seine Identität ein Stück mehr los zu werden und daran kleben wir gerne – und schon bleibt das Leid uns erhalten und spiegelt sich wider in allen möglichen Begegnungen mit Menschen, die wir unbewusst an uns binden, indem wir in ihnen die Täter unseres Vorlebens, unserer Kindheit insbesondere, erwecken...und schon leiden wir, wie wir es so gut kennen und wie es zugleich so weh tut.

Wenn ich das Leiden wirklich einatme und anerkenne, dann nehme ich es zu mir, dass mir dieses Unrecht geschehen ist und es mir sehr weh getan hat – und ich es tragen und gehen lassen kann. Dann ist Frieden und dieses Leid beendet.

Es hilft, sich auch bei allen Ärgernissen des Lebens, bei allen Animositäten gegenüber anderen Menschen zu fragen: warum rege ich mich so auf ? Was ist mein Schmerzpunkt dahinter ? Wenn ich den gefunden habe, kann ich beginnen damit zu atmen und die Verstrickung kann sich auflösen. Je mehr erfahrenes Leid ich anerkenne, umso mehr erlöse ich mich, in der Freiheit des Hier und Jetzt zu leben. Je mehr ich im Hier und Jetzt ankomme, ums mehr richte ich mich aus, meine Potentiale zu leben und mich zu entfalten zu dem, als was ich zutiefst gemeint bin.

Sonderfall: Quantenheilung:

Die Erkenntnisse der Quantenphysik haben sich über alle Lebensbereiche ausgebreitet. Im Wesentlichen geht es darum, dass die Materie sich danach richtet, in welchem Bewusstseinsraum sie sich befindet. In der Physik zeigt sich das in der Wirkung des Beobachters ( der den Bewusstseinsraum durch seine menschliche Präsenz und Erwartungen schafft ) auf die Ergebnisse des physikalischen Experiments. In unserer normalen Alltagswelt geht es um die Wirkung des immer vorhandenen Bewusstseinsraums, egal ob bewusst oder unbewusst gesteuert      ( z.B. auch bei diffuser schlechter Laune...), der wirkt und in einer positiven Konsequenz geht es dann um waches Gestalten von Bewusstseinsräumen, in denen Heilung geschehen kann.

Das kann so gehen: ich habe einen Schmerz, einen körperlichen oder seelischen und nehme ihn wahr und akzeptiere ihn wie oben. Ich habe aber ebenso irgendwo an Leib und Seele einen Ort, der heil ist. Ich versuche nun, diese beiden Orte, den kranken und den gesunden gleichzeitig mir bewusst zu machen. Es kann auch noch einfacher sein, etwa das Spüren der rechten und der linken Fußsohle, der Kontakt zwischen rechtem und linkem Zeigefinger und Daumen..... Durch diesen Prozess des gleichzeitigen Bewusstseins zweier Punkte entsteht dazwischen ein Raum, manchmal „das wissende Feld“ genannt, in dem eben „gewusst“ ist, wie ich heil und wach sein kann und ich richte mich auf, innerlich und äußerlich, indem ich mich diesem Bewusstseinszwischenraum anvertraue.

Es ist eine außerordentliche Erfahrung, probiert es aus !

Achtsamkeit bringt uns in den Kontakt mit uns und der Verbundenheit mit allem, der Heilatem stellt diesen Kontakt immer wieder her und lehrt uns, dass unser Leben ein Kreisen um dieses Wissen der großen Weisheit ist. Mal sind wir ihr nah, mal ganz fern und ein jeder Schmerz will nichts anderes als uns helfen, die Entfernung immer wieder zu überwinden. Das können wir tun durch seine Anerkennung, ohne ihn fest zu halten und uns in unsere Opferrolle zu verlieben.

Dazu hilft der dritte Schritt. Der dritte Schritt ist

Das Segnen

Wenn ich entschlossen bin, im Einklang mit mir und der Welt zu leben, dann ist dieser dritte Schritt ganz einfach. Es ist nicht einmal erforderlich, dass ich in Einklang bin, denn das sind beseligende Zustände, die ein Geschenk sind und meist nur begrenzt andauern;

es ist nur erforderlich, dass ich diesen Weg zu gehen bereit bin und mich mir und der Welt in dieser Haltung der Achtsamkeit und des Respekts vor der Einheit allen Seins begegne (statt mich getrennt und einsam als Individuum zu fühlen, was um sein Dassein kämpfen muss ),

dann kann ich mein Herz öffnen und segnen: den wunderbaren Sonnenaufgang, die Blüte am Busch, die Kröte in meinem Garten, den Bettler auf der Straße, das erwachsene Kind in der Ferne, die Erfahrung, die ich machen musste oder durfte.... und auch mich selbst in meinen Irrtümern und guten Wegen.

Es ist eine Ausrichtung der tiefen Akzeptanz, die mich - unspektakulär - zum Mitschöpfer macht einer Welt der Einheit und der Liebe. Und wenn ich das tue, ohne Worte, dann wandelt sich die Welt ein bisschen und begegnet mir neu.

 

 

Die Praxis:

Drei Schritte auf dem Weg zum Einssein mit dir und der Welt

Du beginnst mit der Achtsamkeit: Du schaust dich im Raum um oder betrachtest ein Bild, meinetwegen die Postkarte, die dir heute jemand geschickt hat und tust es zunächst auf die übliche Weise ( ich nenne das fortan die erste Weise ) du erkennst, findest schön oder nicht.... und dann auf die zweite Weise, du weitest deinen Blick auf 180 Grad, erdest dich gut und betrachtest es zum zweiten Mal und erlebst es auf diese Weise, es werden mehr Empfindungen sein als zuvor....und die erlebst du und lässt sie gehen, bist zurück bei dir. Du denkst an eine Person, mit der du zu tun hast, vielleicht eine hier im Raum, wenn du in einer Gruppe bist und machst dir klar, wie du sie automatisch siehst und bewertest, und trittst dann wieder symbolisch zurück, erweiterst den Blick und empfängst die neuen Empfindungen und lässt sie gehen und kehrst zu dir zurück. Du erinnerst dich an ein Ereignis der letzten Zeit, was dich beschäftigt hat: du erinnerst dich noch einmal, wie du es wahrgenommen und verarbeitet hast und dann erdest du dich gut, betrachtest es quasi aus größerer Entfernung, lässt die kommenden Empfindungen zu und lässt sie wieder gehen und kehrst zu dir zurück. Heil-Atmen Du erinnerst dich an einen Schmerz, es kann ein aktueller körperlicher Schmerz sein oder aber ein seelische Verletzung. Vielleicht empfindest du gar keinen Schmerz, sondern bist nur wütend und empört. Dann gehe tiefer, an die Wurzel und finde heraus, was dich an dieser Sache so schmerzt. Wenn du den Schmerz kennst, dann atme ihn ein und im Ausatem gibst du ihn ab in den großen Ozean des Lebens, in dem alle Gefühle ihren Platz haben....du atmest ihn ein und gibst ihn ab.....immer wieder, bis du merkst, dass er dich los lässt. Du kannst es auch mit der Quantenheilung versuchen: du machst dir den Schmerz klar, fühlst ihn und legst dann Daumen und Zeigefinger beider Hände zusammen und erzeugst einen leichten Druck und versuchst, beide Druckempfindungen gleichzeitig zu spüren. Dabei atmest du einige Male gut ein und aus, immer den Schmerz auf die achtsame Weise wahrnehmend.....bis du eine innere Aufrichtung spürst und los lässt. Du spürst achtsam nach, wie sich der Schmerz jetzt anfühlt und wiederholst gegebenenfalls den Prozess, bis es sich löst und du erlauben kannst, dass es sich löst. Du nimmst dir ein Problem vor, dass eine dir bekannte und vertraute Person hat und arbeitest für diese Person: du versuchst dich in deren Schmerz hinein zu versetzen und verfährst damit wie oben: atmest den Schmerz ein und atmest ihn aus in den großen Ozean des Lebens oder du erprobst es mit der Quantenheilung. Du kannst auch ein viel größeres Problem, was viele Menschen angeht, so behandeln( den Hunger, die Flüchtlinge, die Unterdrückung...) und schauen, wie es auf dich und deine Umgebung wirkt Am Ende kehrst du immer zu dir, zu deiner körperlichen und inneren Empfindung zurück. Segnen Schließe die Augen. Nimm dich wahr in deiner Körperschwere, achte auf die Auflageflächen, Füße, Gesäß.... und atme ruhig ein und aus. Auch mit geschlossenen Augen stell dir vor, dein Blickwinkel ist ganz weit, wie beim achtsamen Sehen, dein Herzraum wird weit und du öffnest dich dem Empfinden. Du fühlst dich eingebunden in das Große Ganze, bist Teil der Welt und der Menschheit und empfängst den Segen des Lichts von oben und aus der geschaffenen Welt, die dich wahrnimmt. Den Segen gibst du von ganzem Herzen zunächst an dich, segnest dich mit all deinen Fehlern, Irrtümern, Erfolgen und Potentialen, die noch in die Welt kommen möchten. Dann schau dich um in deiner inneren Welt und finde heraus, wen oder was du segnen möchtest, weil es für dich kostbar ist und/oder deinen Segen gut gebrauchen kann. Spüre nach und komm zu dir zurück und gehe gestärkt und befriedet in deinen Alltag zurück.