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Achtsamkeit in Stade - Dr. Mechthild Hammacher - Stade

Liebe

„Die Achse der Liebe geht durch die ganze Schöpfung und bringt die Energie der Liebe zu jedem Atom. Sie bringt Farbe in die Welt und bringt Sinn und Schönheit ins Leben. Ohne sie gäbe es in der Welt keine Freude, keine Hoffnung und keine Liebe.“ Lewellyn Vaughan-Lee aus dem Buch „Awakening the World“

 

Von der Liebe


In jedem Augenblick geschieht, was geschehen soll.

Die An- oder Abwesenheit der Liebe entscheidet, ob sich das Geschehen „erfüllt“. Nehme ich, was immer ich in mir und um mich erfahre ( sei es die Freude, der Erfolg, der Misserfolg, das Unglück, der Schmerz...) in Liebe an, so erfüllt sich die „Absicht des Seins“ und der Fluss des Lebens geht ungehindert weiter. Anerkennen, was immer geschieht, führt aus der Getrenntheit und dem Kampf ums Überleben zur Einheit mit allem Sein, zum wahrhaften lebendigen Leben.

Halte ich fest am Glück oder Unglück, etwa um es zu beherrschen, indem ich die Ursachen erforsche, um es zu halten oder zu vermeiden, so ist es, wie wenn ich mich in der Strömung des Flusses befinde und mich dabei am Ufer immer wieder fest kralle – das erzeugt Leiden.

Die Liebe ist überall.

Sie ist wie die Luft zum Atmen, sie ist die Ursubstanz der Schöpfung. Sie ist so selbstverständlich, dass wir ihre allgegenwärtige Existenz vergessen haben. Wenn sie bei uns beginnt, in der dankbaren Zuwendung zu uns selbst und dem Geschenk des Lebens, fließt unser Lebensfluss ungehindert und fröhlich.

Menschen, die sich nicht lieben können, sind geradezu der Beweis für diese Erkenntnis: wo immer Menschen sich – in Teilen oder ganz und gar - nicht annehmen können in Liebe ( aus Gründen des Karma, der frühkindlichen Schädigung., der kollektiven Normen....) suchen sie in verzweifelter Akribie nach der Liebe und Anerkennung im Außen und machen sich abhängig von dem, was um sie geschieht und verwenden ihre gesamte Aufmerksamkeit – getrieben von Angst - auf die Suche nach Applaus oder Gefahr.

Nach meiner Erfahrung erfordern Menschen, die sich als keiner Aufmerkdamkeit wert betrachten, paradoxerweise die meiste Aufmerksamkeit: sie leben in unkontrollierbaren Ängsten und produzieren Chaos in ihrer verzweifelten Suche nach ihrem Platz in der Welt. Sie schreien nach Hilfe und können sich doch im Ende nur selbst helfen, indem sie sich zu lieben beginnen, weniger, obwohl die Eltern das nicht vermochten

sondern vielmehr, weil das Leben sie gerufen hat, hier zu sein.

Ja, nach jahrelanger Arbeit als Psychotherapeutin wage ich heute zu sagen, alle psychischen Störungen mitsamt ihren körperlichen Symptomen können gesehen werden als verhinderte Liebe, misslungene Suche nach ihr. Die Annahme des eigenen Schicksals wird verhindert aufgrund des Glaubens, von dem großen Sein getrennt und verloren zu sein und daher selbst das Schicksal steuern zu können und zu müssen.

Sich und das eigene Schicksal anzunehmen - warum ist das so schwer ?

Weil es bedeutet, sich dem Fluss des Lebens demütig auszuliefern und bereit zu sein, was immer kommt zu durchleben. Es bedeutet, auch das Schwere anzunehmen. Wer je das Schwere in seinem Leben angenommen hat ( oftmals, weil es keine andere Wahl gab ), weiß, dass wir in höchster Not in eine „Verbundenheit“ hinein fallen können, die eher als Größe und Tiefe denn als Leid empfunden wird. Somit könnte man es doch eigentlich wagen, sich dem Leben hin zu geben.

Doch unser Ego, entstanden aus dem Erleben des „Getrenntseins“, getrieben von unseren Vorstellungen, wie wir es gerne hätten, damit es gut sei, möchte dies verhindern; es lebt von vermeintlich wunderbaren Bildern, die sich erfüllen sollen, statt vom Lauschen auf den Klang des Seins. Nur im Lebendigsein im Augenblick „ohne Netz und doppelten Boden“ kann sich das ganze Potential der Liebe entfalten.

Mechthild Hammacher 2009