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Achtsamkeit in Stade - Dr. Mechthild Hammacher - Stade

Depression

Wenn wir unser wahres Selbst finden, brauchen wir uns nicht mehr zu fürchten.  

   David Steindl-Rast

 Nachdenken über Depression

Eindrücke, Erfahrungen, Schlussfolgerungen von Mechthild Hammacher 2014

Der depressive Mensch, das ist in unseren Vorstellungen einer, dem nichts mehr Freude macht, der sich gänzlich zurück zieht, der keine Impulse mehr spürt, etwas anzufangen, weil nichts mehr einen Sinn ergibt. Viele von uns kennen das für Phasen in unserem Leben, dieses Verlorensein in der großen Welt und keinen Platz mehr finden, dieses Sitzen in einem tiefen Loch, ohne zu wissen, wie man da hinein gefallen ist; für manche ist dies zum wesentlichen Daseinsgefühl geworden, in das nur selten ein Licht scheint.Und die Häufigkeit des Auftretens von Depressionen nimmt rasant zu.

Was hat es auf sich mit der Depression ?

Ich habe drei Ebenen der Betrachtung ausgemacht:

Die medizinische Ebene

Man hat herausgefunden, dass der Hirnstoffwechsel der depressiven Menschen anders funktioniert, als der bei Nicht-Depressiven. Botenstoffe fehlen oder sind mangelhaft vorhanden.

Die Pharmaindustrie hat sich dies zunutze gemacht und kann manchem medikamentös helfen. Es gibt auch die genetische Komponente: in bestimmten Familien ist die Depressionsneigung einfach höher als in anderen.

Ich als Psychologin sehe diese Tatsachen nicht als die einzige und letzte Wahrheit an, sondern gebe zu bedenken, dass unser Stoffwechsel, unser endokrines und andere Körpersysteme in Wechselwirkung mit unseren Erfahrungen stehen und, etwa je mehr positive Erfahrungen ich mache, umso mehr „Glückshormone“ sendet mein Körper aus, wenn ich verliebt bin, kann ich fragen, bin ich verliebt, weil mein Limbisches System gerade Überschuss hat oder produziert dieses im Überschuss, wenn ich verliebt bin ? So frage ich mich, ist jemand depressiv, weil sein Serotoninstoffwechsel nicht funktioniert oder reagiert sein Serotoninstoffwechsel auf seine Resignation und seinen Rückzug ? - und ich lasse diese Frage unbeantwortet.

Ebenso ist denkbar, dass sowohl familiäre Lebensmuster, die lehren, wie man mit den Schwierigkeiten des Lebens umgeht erlernt und übernommen werden als auch, dass eine genetische Prädisposition den komplexen Aufbau und Stoffwechsel unseres Körpers in bestimmter Weise steuert, was unseren Charakter prägt. Der depressive Mensch im medizinischen Sinn ist einer, der einen Mangel an Botenstoffen wie Serotonin und Noradrenalin im Gehirn hat, was die Symptomatik einer Depression erzeugt.

Ich möchte ergänzen: Körper und Seele stehen in Wechselwirkung miteinander. Genaueres entzieht sich meiner Kenntnis, es ist nicht mein Wissens- und Erfahrungsschwerpunkt.

 

Die psychische Ebene


Hier kenne ich mich aus.

Eine kluge Frau sagte mir einmal: Depression ist verhinderte Expression.

Ich beginne mit den allerersten Anfängen: Wir kommen in diese Welt, noch ganz verbunden mit der Mutter, der Wärme in ihrem Leib und lösen und ganz langsam in vielen Schritten, um wir selbst zu werden und uns getrennt von der Welt wahr zu nehmen und uns mit mit ihr auseinander zu setzen, Erfahrungen zu machen und so zu reifen.

Jedes Tier geht mit großer unbewusster Selbstverständlichkeit durch diesen Prozess des Lebens mit aller Freud, mit allem Leid, wir Menschen jedoch nicht. Wir werden uns immer mehr unserer selbst bewusst, unserer Trennung von der vorgeburtlichen Geborgenheit, von den anderen Menschen und Objekten und viele dieser Trennungen erleben wir als schmerzlich. Im besten Fall ist es so gedacht, dass wir uns Schritt für Schritt aus diesem Bewusstsein,  selbstverständlich Teil zu sein, zunächst der Mutter, dann der Familie, heraus lösen und in unserem Getrennt sein mit Freuden ein eigenes Profil entwickeln - und uns damit der Welt zurück schenken und eben unserer und der Welt ganz bewusst werden und daran wachsen.

Jedoch gelingt dieser Prozess oftmals nicht reibungslos, Eltern sind nicht immer gute Eltern, Eltern können auch Schwierigkeiten mit der Eigenart des einen Kindes haben, während ihnen ein anderes vertraut ist und können dann unpassend reagieren Kinder in ihrer Anpassungsbereitschaft missverstehen spontane und unbedachte elterliche Handlungen oftmals als absolutes Gesetz für alle Zeiten, dem sie dann Folge leisten und ihre eigene Vitalität hintan stellen.... so gibt es viele Störfaktoren im Wachstumsprozess, die im guten Fall zur Kräftigung des Selbstausdrucks, im schlechten Fall zur Beeinträchtigung des Selbstausdrucks führen.

Der kluge Psychiatriewissenschaftler Stavros Mentzos erklärt uns die Psychodynamik:

wir wachsen auf drei Ebenen, einmal auf der Ebene der Entwicklung unsres Selbst, zum zweiten auf der Ebene des Umgangs mit den Objekten, das sind sowohl die anderen Menschen als auch unsre übrige Lebenswelt und als drittes auf der Ebene der Normen und Werte unserer Eltern und der Gesellschaft, psychoanalytisch gesprochen die Überichfunktion. Er hat dies als Drei-Säulen-Modell dargestellt – wir wachsen und entfalten uns entlang dieser drei Säulen. Und weil das Leben nicht so gedacht ist, dass es reibungslos verläuft – wohl weil wir dann nicht wirklich wach und bewusst würden und nicht Verantwortung übernehmen könnten für unseren ganz eigenen Lebensweg, sind in jeder der Säulen Probleme möglich.

Diese zu bewältigen, dazu stehen verschiedene Wege offen und je nach Mangel und Eigenart des Menschen können sich verschiedene Leidenssymptome heraus bilden. Eines davon ist die Depression. Wir schauen uns innerhalb der Säulen die mögliche Entstehung der depressiven Störungen an: Bei der depressiven Störung steht im Vordergrund, dass die Sehnsüchte nach dem liebenden Objekt nicht oder nicht ausreichend erfüllt werden – psychoanalytisch gesprochen. Die Wünsche und Erwartungen an Liebe und Anerkennung durch die Bezugspersonen werden an irgendeinem – meist frühen - Punkt der Entwicklung nicht erfüllt, was verhindert, dass ein Selbstwertgefühl sich entwickelt; dies führt zur Enttäuschung und Verunsicherung und, weil der zu Depression neigende Mensch  gelernt hat, nicht aggressiv zu sein, sondern sich anzupassen, wendet er diese Enttäuschung gegen sich selbst in dem Sinn, dass das Kind sich nicht wert fühlt, die erwünschte Zuwendung zu erhalten und entsprechend sich selbst abwertet: ich bin anscheinend nicht gut genug !

Die depressive Störung ist immer eine Störung der Regulation des Selbstwertgefühls.

Betrachten wir es für jede „Säule“: Die erste Säule ist die Säule der Selbst-Entwicklung. Können Belastungen, die bei der Entwicklung des Selbst auftreten, nicht verarbeitet werden, wird das Selbst-Vertrauen durch Nichtbeachtung, Misserfolge und Kränkungen geschädigt, so wird bei depressiver Kompensation dies nicht auf die Unzulänglichkeit der Bezugspersonen geschoben ( das ist auf einer frühen Bewusstseinsstufe einfach noch nicht möglich ) sondern als Einbruch in die Konzepte über das Idealselbst, d.h. die Idee, wie ich sein und werden möchte, erlebt. Das Idealselbst will erhalten werden und wird bei der depressiven Kompensation nicht angepasst an die eigenen Möglichkeiten oder die Umweltbedingungen, sondern erhalten um den Preis der Resignation, dass das Ideal ( noch nicht oder für mich nicht ) nicht möglich ist. Das idealisierte Selbst wird durch Depression gerettet.

Die zweite Säule ist die Säule der Beziehungen zu den Objekten. Das junge Kind idealisiert die Objekte der Umgebung und wird zwangsläufig ( weil niemand auf dieser Welt die vorgeburtliche Einheitserfahrung herstellen kann ) von diesen, beginnend mit den engsten Bezugspersonen, enttäuscht. Die gesunde Erfahrung wäre die Suche nach weiteren positiven Objekten und Schritt für Schritt die Einsicht, dass die ideale Nähe zum Objekt auf dieser Welt nicht zu haben ist.

Die depressive Kompensation dieser schmerzlichen Erfahrung ist die mehr oder weniger aggressive Abwendung von der sozialen Welt oder die Suche nach Abhängigkeiten von Menschen, für die die Selbstwerdung geopfert wird. So sehnen sich depressive Menschen oft nach starker Einbindung, Gebraucht werden und sind dafür bereit, alles an Kraft zu investieren, oder aber sie ziehen sich in eine enttäuschte Pseudo-Unabhängigkeit zurück. Das Ideal der absoluten Beziehung bleibt somit erhalten. Die dritte Säule ist die Säule der Normen und Werte, des Überich. Den Werten und Überich-Idealen steht die vitale Bedürftigkeit gegenüber. Eine gesunde Entwicklung versucht, die vitalen Bedürfnisse an das gültige Normgefüge einigermaßen anzupassen, ohne die Lebenskraft und den Selbstausdruck einzubüßen.

Eine depressive Kompensation dieses Konfliktes überhöht die Bedeutung der Normen und führt zu Ängsten, diese nie erreichen zu können, zu Schuldgefühlen bis hin zum Versündigungswahn und erhält sich so seine Ideale.

Aus psychologischer Sicht ist der zu Depression neigende Mensch eher introvertiert, sensibel, aggressionsgehemmt und sozial angelegt. Seine Steuerungsinstanz ist der Verstand bei Neigung zur Unterdrückung der emotionalen Vitalität. Der depressiv reagierende Mensch versucht sich eher den Erwartungen von Außen anzupassen als seine eigenen Bedürfnisse einzufordern. Menschen mit depressiver Grundstruktur bilden die Säulen unseres Sozialwesens und unserer Familien, da sie die Grundvoraussetzungen des sozialen Blicks und des Verantwortungsbewusstseins mitbringen und über  ausgebaut haben, indem sie die Enttäuschungen der Lebenserfahrungen kompensiert haben durch noch mehr Sensibilität und soziales Engagement, um das ersehnte Ideal ihres Lebens zu erreichen – bis sie umfallen, da sie sich selbst und ihre Selbstentfaltung nicht im Blick hatten.

Eine andere Gruppe der Depressiven, meist gekennzeichnet durch Hochsensibilität, hat als Schwerpunkt der Lebensbewältigung ausgebildet, sich der Auseinandersetzung mit der sozialen Welt zu entziehen, um nicht in den aussichtslos erscheinenden Kampf mit der Welt um ihren eigenen Selbstwert führen zu müssen.

Der Altmeister der Psychiatrie, Fritz Riemann sagte, Depression ist Angst vor der Selbstwerdung.

Quintessenz dieser Betrachtung ist : die depressive Störung ist auch eine Störung der Anpassung an die Erfahrungen im Reifungsprozess. Das Ideal kann nicht geopfert werden zugunsten einer sich immer wieder anpassenden Lebensstrategie, es wird erhalten und bezahlt mit dem Grundgefühl der Unzulänglichkeit, dieses Ideal zu erreichen, zumeist auch mit der Überanpassung oder Isolation von der sozialen Welt, der man sich nicht zu stellen wagt, welches sich schließlich verselbstständigt und in Antriebslosigkeit und Freudlosigkeit endet.

Die Lehrbücher sprechen von vier Weisen der Kompensation des depressiven Grundgefühls: die Wendung zu den anderen und Erfüllung von deren Bedürfnissen, die offenen oder heimlichen Größenfantasien, die Sucht und der Rückzug in die Selbstgenügsamkeit.

Der depressive Mensch leidet zutiefst, das Leben ist so schwer, die „Stinknormalität“ der Welt oft unerträglich ebenso wie die Vorstellung zu scheitern. Für eine Weile kann er das Mitgefühl seiner Mitmenschen mobilisieren und so ein wenig von der Liebe erhalten, die er sich so sehr wünscht und die er von sich aus auch zu geben oft bereit ist. Und dann erscheint wieder alles so sinnlos, weil die eigenen Ideale so unerreichbar sind. Und irgendwann hat man vor lauter Schwere vergessen, dass es um die eigenen Ideale ging.

Das ist die Aktivität in der vermeintlichen Passivität des Depressiven: es wird an einem unhaltbaren Ideal fest gehalten und hierin wird viel psychische Energie gebunden, die im Heilungsprozess frei gesetzt werden sollte für die „Selbst-Werdung“.

Ich habe immer wider beobachtet, dass die Psyche paradox reagiert: einerseits gibt sie dem Schmerz nach und drückt ihn auf ihre Weise aus, andererseits schreit sie damit nach Erlösung.

So auch hier: das Leid des Depressiven macht ihn zum einen handlungsunfähig, zum anderen ist es der Schrei der Seele, die sich ausdrücken möchte! Der depressiv strukturierte Mensch möchte so viel tun und erreichen und kann am Ende gar nichts tun.

Der Heilungsprozess könnte beginnen mit der Freisetzung der Wut auf alle, von denen man sich zurück gesetzt fühlt. Das gibt Kraft und führt zum Urschmerz, dem Getrenntsein und der Verlorenheit. Kann dies angenommen werden als Charakteristik der menschlichen Existenz, so kann das Ideal fallen gelassen werden ebenso wie die Selbstverurteilung dafür, dass man es nicht geschafft hat, dieses Ziel zu erreichen.

Von hier aus – und das ist der Ort, wo wir einfach so sein dürfen, wie wir nun mal sind mit allen wunderbaren Gaben und Schatten und Grenzen - kann dann der Mut gefunden werden für das Wagnis des Lebens, wie es sich nun einmal zeigt.

Da die führende Instanz des Depressiven der Verstand ist, sollte dieser ein neues Programm lernen: statt Programmierung zu Vermeidung von Schmerz durch Überanpassung und/oder Resignation und Rückzug sollte das neue Programm basieren auf der Erkenntnis, dass das Leben nicht ideal ist aber lebenswert, wenn man mit spielt auf seine eigene Art. Es könnte beginnen mit dem Bewusstsein der eigenen Steuerungsmöglichkeiten ( die auch während der Ddepression unbewusst genutzt werden ) und zu vorsichtiger Beteiligung am Leben durch regelmäßige Teilhabe an Menschen und Natur  in der Dosierung, die der Sensibilität und Eigenart des Menschen angemessen sind ( hier keine neuen Ideale ! ).

 Das ist nicht leicht und erfordert Selbstdisziplin, da der erste Schritt heraus aus dem dunklen doch auch schützenden Loch immer wieder eine große Kraftanstrengung bedeutet. In der Beteiligung am Leben kann dann erfahren werden, dass die Welt gerade auch diesen Menschen braucht und neben allen Schwierigkeiten auch Anerkennung bereit hält.

Dieses ist – in Kurzfassung – meine psychologische Betrachtung der Depression.

 

Die spirituelle Ebene

Ich fange noch einmal von vorne an: menschliches Bewusstsein beginnt mit dem Urschmerz der Trennung, des Geworfenseins in diese Welt und der Unsicherheit, ob und wie wir hier wirklich aufgehoben sind.

Menschheitsgeschichtlich und mythologisch gesprochen beginnt es mit dem Rauswurf aus dem Paradies: um Bewusstsein und Erkennen zu erlangen und die Welt nach unserem Sinn zu formen, haben wir den Preis gezahlt uns aufgehoben und sicher zu fühlen in der Welt an einem Platz, der uns zugewiesen ist.

Wer weiß, vielleicht soll es so sein, dass wir nicht wie die Tiere uns einfach unseres Lebens freuen, sondern die Großartigkeit der Schöpfung und des Schöpferprinzips erkennen und unseren Platz bewusst darin einnehmen. Es ist ein besonderer und ausgezeichneter Platz, jedoch ist es nicht der Platz des Schöpfers !

Ich glaube, der depressive Mensch mit seiner Sehnsucht nach Einheit und seinem Festhalten an Idealen der Selbstentwicklung oder des Miteinanders oder der Normen und Werte ist ein zutiefst spirituell orientierter Mensch, auch wenn er es nicht weiß. Er sucht nach Idealen, er will das Einheitsgefühl seines Anbeginns nicht aufgeben, er sucht es in den Bedingtheiten dieses Lebens und ….scheitert.

Nicht, weil er das Falsche sucht, sondern weil er das Richtige ( in dem Sinn, dass es seine tiefsten Herzenswünsche sind ) sucht an der falschen Stelle. Dem Depressiven fällt die Akzeptanz unserer unvollkommenen Lebenswirklichkeit so schwer. Ich glaube, wenn er den Blick heben kann von diesem Leben und aufschauen auf die Ebene, die über diesem Leben ist, die Ebene des Schöpfergeistes, der Großen Ordnung oder die Ebene Gottes, dann kann er wieder Hoffnung schöpfen, an diesem höheren Ort die Sehnsucht zu stillen, nach Idealen zu fragen und ihnen zu folgen.

Doch das ist seit langem nicht Inhalt unserer westlichen Welt- und Seinsvorstellungen. Wir haben seit Jahrhunderten versucht, die Erde uns untertan zu machen und unser Leben nach unseren Idealen auszurichten und haben dabei unsere Resourcen ausgebeutet und alle und alles, was nicht in dieses Idealschema passt, an den Rand und in den Schatten gedrängt. Da befinden sich nicht nur die ausgemergelten Böden, die missbrauchte Natur, die entwürdigten Tiere sondern auch die vielen Kranken und eben immer mehr Depressionskranke, die an der Unerfüllbarkeit der Ideale in diesem Leben leiden und den Weg daraus nicht finden.

Die Verbindung verloren zu haben, das macht uns und unsere Welt so krank.

Aus spiritueller Sicht ist der depressive Mensch ein Suchender, einer, der von seinen Idealen nicht lassen mag und ihnen um den Preis eines schweren Lebens treu bleibt, einer, der ( noch) am falschen Ort nach seiner Erfüllung sucht.

Wenn der Fokus des sensiblen und suchenden Menschen sich wieder wendet von der Erfüllung der großen Ideale in diesem begrenzten Leben hin zu der Kraft, die das ganze Universum am Laufen hält, wenn wir unseren angemessenen Platz in der Schöpfung wieder finden, dann mag es nicht mehr so schwer fallen, dieses Leben einfach zu leben, so gut es eben geht und Erfahrungen mit sich und seinen Gaben und der Umwelt zu machen und beides zu fühlen, Freude und Schmerz.

Und dann wissen wir, dies Leben ist ein Übungsfeld und das Eigentliche ist unsichtbar.

Nachbemerkung:

Ich habe einmal gelernt, dass – neben aller Daseinsfreude – unser menschliches Leben geprägt wird durch diese Erfahrung der ( vermeintlichen, nur von uns Menschen so erlebten )Trennung von der großen Ordnung, das hatten wir eben schon. Doch weiter wurde gesagt: das Leiden beträgt immer und für jeden 100 %. Die verteilen sich auf drei Bereiche, nämlich die klassischen, die ich oben als Gliederung benutzt habe: der Körper die Psyche die Seele. Manche Menschen leiden vor allem körperlich, sind krank und kreisen um dieses Unglück, manche leiden eher psychisch und manche leiden an diesem Urschmerz der Trennung und machen sich auf den Weg, das Leben im großen Zusammenhang und des Schöpfergeist hinter allem verstehen zu lernen.

Jegliche individuelle Ausprägung verteilt ihre 100% auf diese drei Bereiche. Von Mensch zu Mensch, von Lebensphase zu Lebensphase, von Kultur zu Kultur ist der „Cocktail“ ein anderer.

Nun kannst Du Dein Verteilungsprofil erstellen.