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Achtsamkeit in Stade - Dr. Mechthild Hammacher - Stade

Seelendynamik

 

Wer bin ich ? Ich bin viele !

Wenn wir Innenschau halten, dann können wir entdecken, das es dort manchmal Frieden, oftmals jedoch ein hin und her, ein Gespräch, einen Widerstreit gibt, das merken wir an unserer Angespanntheit oder Unzufriedenheit – mit uns oder mit der Welt.

Ich entwickele ein Bild von dieser inneren Dynamik:

es gibt da eine Person in uns, die ist voller Gefühle, Sehnsüchte, Verletzungen, Bedürfnisse, Freude, Vitalität..... das nenne ich das innere Kind.

Dann gibt es da eine andere Person, die eine Vorstellung hat, wie ich als Mensch sein sollte und das Kind bewertet und entweder unterstützt oder bekämpft...... das ist der innere Erwachsene oder die Vernunft, die Struktur, der Teil in uns, der es recht machen möchte, uns einpassen möchte und etwas gelten möchte in der Welt.

Im Normalzustand sind wir dieser inneren Dynamik und der Zufriedenheit oder Unzufriedenheit, die sich daraus ergibt, unterworfen – wir fühlen uns eben irgendwie gut oder schlecht.

Wenn wir unter Spannung stehen und es uns schlecht geht, dann ist ein guter Zeitpunkt gekommen, genau hinzuschauen, wie diese beiden Teile gerade miteinander umgehen ( das kann man auch in der Psychotherapie lernen ); das geht nur, indem wir Abstand nehmen und diese Dynamik beobachten, das erschafft den inneren Beobachter.

Ich glaube, unser Befinden ist umso besser, je besser diese drei zusammen arbeiten. Zunächst einmal ist bedeutsam, ob und wie der Erwachsene und das Kind einander respektieren und dann auch, ob der Beobachter wahrgenommen wird und einen Platz bekommt, denn er ist das Bewusstsein oder die Wachheit für diesen inneren Prozess.

So kann „das Kind“ in uns trotzig, sehnsüchtig, sanftmütig, empfindlich, hungrig nach Liebe..... sein, „der Erwachsene“ wohlwollend, liebevoll, nachsichtig oder kritisch, verurteilend, vernachlässigend...... sein. Das Kind ist eher Ausdruck des Lebendigen, des Fühlens, der Bedürfnisse, der Erwachsene Ausdruck der Vorstellungen, der Bewertungen im Positiven wie im Negativen. Unsere persönliche Entwicklung/Reifung, die, diewir selbst gestalten, nachdem wir der unmittelbarten Fürsorge der Eltern entwachsen sind, ist im Grunde vergleichbar mit dem Aufziehen eines Kindes: seine ( unsere ) Eigenart und Vitalität soll sich entwickeln können und zugleich ist es  ( sind wir ) zu führen und manchmal zu begrenzen, je nach den Bedingungen, die gerade da sind und den Zielen, die erreicht werden wollen und die besten Mittel sind liebevolle Aufmerksamkeit,Verständnis und Klarheit in der Begrenzung.

Das gilt auch für unser inneres Kind in Zusammenspiel mit dem inneren Erwachsenen. Das ist im Grunde unsere Lebensaufgabe: mit diesen inneren Kräften im Einklang unsere Potentiale zu entfalten und wir selbst zu werden. Leider neigen wir dazu – in Übernahme der Vorstellungen unserer Eltern und unserer Umwelt ( wie bekomme ich Anerkennung ? ), uns Vorstellungen darüber zu machen, wie das Kind sein sollte, und wir geben der Entdeckungsreise , wer bin ich ? Was kann aus diesem Wesen werden, das da in die Welt gekommen ist ? wenig Raum für Überraschungen. Wenn das so ist, wird diese lebendige Innenwelt aus der Einengung Auswege des Ausdrucks suchen, etwa Ängste, weil es nicht geliebt ist, Ersatzbefriedigungen, weil es nicht bekommt, was es braucht, Trotz, weil es sich missachtet fühlt oder Krankheiten, um Aufmerksamkeit zu bekommen, die es sonst nicht bekommt. Und dann müssen wir hin schauen und unser inneres Kind irgendwie verstehen und erlösen lernen im Einklang mit unseren Lebensvorstellungen und einen Weg finden, der beiden Kräften gerecht wird.

Für diese Innenschau brauchen wir den Beobachter: der versucht, das Kind zu erkennen und zu verstehen, den Erwachsenen zu erkennen und zu verstehen und einen neuen Respekt für beide und einen neuen Frieden miteinander zu erarbeiten.

Für mein persönliches Glück ist entscheidend, wie ich mir und dem Leben gegenüber stehe: sehe ich das Leben als eine Kraft, die mir die Herausforderungen gibt, die mich wachsen lassen ( auch wenn sie schwer sind ) und immer mehr zu Einklang mit mir selbst und der Welt führen, oder sehe ich das Leben an als Zumutung, die mir immer falsche und zu große Aufgaben gibt, zumal ich nie gut genug bin ?

Sage ich grundsätzlich JA oder sage ich grundsätzlich NEIN oder sage ich nur JA wenn es nach meinen Vorstellungen läuft ?

Alle Lebensmuster, die wir als Lösungen in unserem Vorleben entwickelt haben – meist aus Mangel und Not – ,wollen verstanden und anerkannt werden, dann können wir uns entspannen und das Alte loslassen und etwas Neues kann in uns und für uns beginnen und das Leben wird immer lebendiger.